Jusos Erlangen bei französischer Studierendengewerkschaft UNEF

Mitte April besuchte eine Delegation der Erlanger Jusos die Partnerorganisation Mouvement Jeunes Socialists (MJS) in Rennes und unterstütze den dortigen Präsidentschaftswahlkampf von François Hollande. Neben der Vorstellung der Wahlkampagne in der PS-Zentrale von Rennes, einem Abstecher nach Saint-Malo und der Großkundgebung Hollandes in Paris stand auch ein Besuch der dem MJS nahe stehenden Studierendengewerkschaft UNEF (L’Union nationale des étudiants de France) an der Universität Rennes II auf dem Programm.

v.l.n.r.: Keno, Romain (UNEF), Robert, Katharina, Munib, Thomas (Vorsitzender UNEF Rennes), Sabine, Arnaud (UNEF)

v.l.n.r.: Keno, Romain (UNEF), Robert, Katharina, Munib, Thomas (Vorsitzender UNEF Rennes), Sabine, Arnaud (UNEF)

Ziel des Treffens mit den Verantwortlichen der l’UNEF war ein Austausch über die hochschulpolitische Arbeit an französischen und deutschen Universitäten. Die Studierenden organisieren sich in Frankreich nämlich nicht in politischen Hochschulgruppen, sondern in studentischen Gewerkschaften, welche die Interessen und Belange der Studierenden vertreten. Diese studentischen Gewerkschaften nehmen eine Mittelstellung zwischen den in Deutschland bekannten politischen Hochschulgruppen und den Fachschaftsinitiativen ein. Viele Genossinnen und Genossen des MJS sind zugleich auch aktive UNEF-Mitglieder, auf dem Campus jedoch immer zuerst Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter.

Bei Kundgebungen und Demonstrationen mobilisieren die Gewerkschaften in Rennes II auf ihrem Campus zusammen bereits bis zu 3000 Studierende – Zahlen, von denen man in Erlangen nur träumen kann! Rennes II ist in Frankreich allerdings auch als besonders politisierte Universität bekannt, was von Erlangen-Nürnberg nicht gerade behauptet werden kann. Insgesamt hat die UNEF in Frankreich mehr als 30.000 Mitglieder und ist somit erste französische Instanz für die Interessensvertretung der Studierenden.

Auch wenn die Strukturen unterschiedlich sind, ähneln sich die Themen sehr: Ein großes Problem ist auch in Frankreich die Studienfinanzierung und die Wohnungsnot. Während der großen Ferien im Sommer kann es sich kaum ein Studierender erlauben nicht zu arbeiten.  Aufgrund des Mangels an städtischen Wohnraum wohnen viele Studierende noch bei ihren Eltern. Aber die UNEF kümmert sich in ihren Sprechstunden auch um die kleinen Probleme der Studierenden mit dem Lehrkörper oder der Verwaltung, wobei unwichtig ist, ob jemand den Jahresbeitrag von 20€ zahlt oder nicht.

Die Juso-Hochschulgruppe wird die Eindrücke und Erfahrungen aus Frankreich auf jeden Fall diskutieren und in ihre Arbeit einbeziehen. Dabei wird auch die Frage zu klären sein, welche Vorteile die Gründung von studentischen Gewerkschaften für die deutsche Hochschulpoltik haben könnte, aber auch welche Nachteile entstehen würden. Eine spannende zukünftige Debatte!

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Veröffentlicht am 25. April 2012, in Uncategorized. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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